CokeFridge
So, habe mich aus einer Laune heraus jetzt auch mal angemeldet. Außer digitalen Gimmicks habe ich aber noch nichts gewonnen. Schade, dass das nicht mit Bierdeckeln funktioniert, Cola trinke ich einfach zu selten.
So, habe mich aus einer Laune heraus jetzt auch mal angemeldet. Außer digitalen Gimmicks habe ich aber noch nichts gewonnen. Schade, dass das nicht mit Bierdeckeln funktioniert, Cola trinke ich einfach zu selten.
So oder so ähnlich wird in letzter Zeit unter den Studenten älteren Semesters daraufhin gewiesen, dass man ja noch einen Diplomstudiengang belegt. Zum einen kommt in der Aussage ein gewisser Stolz zum Vorschein, zum anderen allerdings auch schon erste Erklärungsnöte, da die jüngeren Jahrgänge einen verdutzt anschauen, wenn man nicht “auf” Bachelor studiert oder womöglich schon den Master “hinten dranhängt.”
Viel zu Spät schreibe ich diesen Artikel. Dass das angelsächsische Ausbildungssystem also im Zuge der europäischen Harmonisierung in Deutschland eingeführt wird, ist längst nicht mehr aufzuhalten. Und gleich dieser Satz bedeutet zweierlei Verwirrung.
1.
In ganz Deutschland, gar Europa, wird also so richtig harmonisiert? Natürlich nicht! Wer in Köln Physik studieren möchte, fängt mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss an, dem Bachelor of Science. Denn deswegen gibt es den ja, damit man nach drei Jahren schon was “in der Tasche hat.” Hoffentlich arbeitet keiner der “Physik-Bachelor-Inhaber” dann in einem Atomkraftwerk! An der Universität Magdeburg kann man auch Physik studieren. Allerdings stecke ich dann lieber deren Abgänger in fünf Jahren ins Krümel, wenn es mal wieder Ärger macht. Immerhin können die Magdeburger Studenten dieses Wintersemester noch einen Diplomstudiengang beginnen. Also alles total harmonisch wie man sieht!
2.
Wir führen also das angelsächsische Ausbildungssystem im Rahmen des Bologna-Prozesses ein. Das mag ja für den einen oder anderen richtig innovativ klingen. Nicht zuletzt der super spannenden und wohlklingenden englischen Bezeichnungen der Studiengänge wegen. Dumm nur, dass das alles gar nicht so innovativ ist. Ich meine jetzt weniger die Qualität der Ausbildung, obwohl sich darüber sicherlich trefflich streiten ließe, sondern die Tatsache, dass wir nun etwas übernehmen oder besser kopieren, dass die Angelsachsen im 19. Jahrhundert von uns kopiert haben. Ihre “universitäre” Lehre kannte bis dato nämlich keine vertiefte Ausbildung wie das Diplom, sondern nur die grundständige Ausbildung des Bachelors. Das Resultat kennen wir jetzt, die Kopie des Diploms, der Master. Und wir kopieren den jetzt zurück. Toll!
Eben wollte ich mich noch mal vergewissern, ob man wenigstens noch in Germanistik einen Magister macht. Fehlanzeige. In Leipzig kann man mit einem Bachelor of Arts (B.A.) oder einem Master of Arts (M.A.) das Studienfach Germanistik abschließen. Nur noch mal zur Verdeutlichung ein Zitat der Studienbeschreibung:
Gegenstand der Germanistik sind die deutsche Sprache und die deutschsprachige Literatur.
Schöne neue Welt.
Der aktuellen brand eins liegt ein Werbemagazin des Deutschen Atom Forum e.V. bei. Über die Seite Klimaschuetzer.de – dort kann das Magazin auch als PDF runtergeladen werden – kommuniziert der Verein die positiven Seiten und vor allem die Notwendigkeit der Atomkraft.
Atomkraft ist sicherlich kein Thema, welches sich in einem einzigen Blog-Eintrag abschließend beurteilen lässt. Nur schon mal soviel, ich sehe es eher so als so. Der gesellschaftliche Konsens, Atomkraft sei ja so schrecklich und unbedingt zu vermeiden, trübt in meinen Augen den Blick auf ein paar entscheidende Punkte. Und unterläge der gemeine Politiker nicht dem Median-Voter-Theorem, würde sich vielleicht auch der eine oder andere Realist mehr offenbaren.
Soweit sind wir allerdings noch nicht, und deshalb nutze ich die Gelegenheit ein paar Worte pro Atomkraft loszuwerden.
Die Freundschaft zwischen mir und der Atomkraft ist eine schon sehr lange. Vor einigen Jahren hörte ich einen Radiobeitrag über den damals heiß diskutierten Atomausstieg. Eine Meinung hat mich damals schon überzeugt. Deutschland war (und ist es wohl auch noch) führend in Forschung und Entwicklung von sicheren Atomkraftwerken. Ein Aufgabe dieses Industriezweiges hätte nicht nur den Verlust vieler Arbeitsplätze zur Folge, sondern würde auch bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass andere Länder auf unsere Atomtechnik zurückgreifen. Wenn wir also auf Atomkraft und damit auf den Forschungsstandort Deutschland verzichten, erhöhen wir die Gefahr, dass Atomkraftwerke gebaut werden, die nicht unbedingt unserem Sicherheitsempfinden entsprechen.
Auf den ersten Blick klingt diese Logik nicht eben fortschrittlich, wollen wir doch saubere Energie für alle und müssten somit nach diesem Credo auf jeden Fall aus der Atomkraft aussteigen. Nur im Falle der Atomkraft würde auch ein Vorpreschen Deutschlands – was sonst Grundvoraussetzung für globale Umweltvereinbarungen ist – nichts nutzen. Es gibt nämlich einen entscheidenden Zusammenhang zwischen Wohlstand und Energieverbrauch. Letzterer ist positiv mit ersterem korreliert. Und wollen wir zum Beispiel den Migrationsdruck der Dritten Welt auf die Erste Welt nicht erhöhen, müssen wir den entsprechenden Ländern die Chance auf mehr Wohlstand geben. Genau dafür braucht die Dritte Welt aber Energie, günstige Energie! Leider wird für den kommenden bzw. weiter steigenden Energiebedarf der 3. Welt Länder, Schwellenländer und Boomländer die Option Wind-, Sonnen- und Wasserkraft keine sein. Sie werden also Atomkraftwerke bauen, ob wir nun aussteigen oder nicht. Ich hoffe, dass es dann unsere Technik sein wird!
Bis jetzt wirkt die Argumentation vielleicht ein bisschen fadenscheinig, baut sie doch darauf, dass andere auch nicht verzichten werden (und können!), und wir deshalb weiterhin Atomkraft nutzen sollten. Der andere Ansatzpunkt ist die Frage nach der Alternative. Sie hiesse erst mal zurück in die Steinzeit, also verkürzt gesagt. Unser Energiebedarf, auch der deutsche, wird mittelfristig und langfristig ohne Atomstrom nicht gedeckt werden können. Ein Verzicht auf den Bayerischen Wald, dafür aber Felder und Wiesen mit Sonnenkollektoren und Windkrafträdern, würde uns wohl auch nur marginal weiter helfen. Der Migrationsdruck der Bayern auf den Rest Deutschlands wäre mir persönlich auch zu groß. Energieverzicht wäre die einzige Lösung! Hätten das einige in Heiligendamm verstanden, hätte der deutsche Staat einiges an Energie sparen können. Das aber nur am Rande. Nur wer lässt sich durch Energieverzicht im Konsum gerne einschränken? Wie auch immer die Frage in Diskussionsrunden beantwortet wird. Rein hypothetische Fragen lassen sich immer leicht weltverbesserisch beantworten. Ich aber habe gelernt ehrlich zu antworten und für mich steht fest, dass ich nur dann auf Energie verzichte, wenn mich dieser Umstand nicht in meinen gewohnten Konsummöglichkeiten einschränkt. Umweltschutz zu kommunizieren ist die eine Sache, ihn zu leben eine ganz andere!
Abschließend will ich aber noch betonen, dass mir ein Energieparadies ohne Atomkraft auch besser gefallen würde. Realismus, ganz und gar nicht Pessimismus, sagen mir aber, dass es wesentlich sinnvoller wäre, neben der Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien, auch Ressourcen in die Forschung und Entwicklung noch sicherer Atomkraftwerke zu stecken. Die Chance, anderen Ländern unsere Technik zur Verfügung stellen zu können, sollten wir uns nicht nehmen lassen. Des Weiteren wird – neben der Gefahr explodierender Atomwerke – die Endlagerung der Brennstäbe als größtes Umweltrisiko betrachtet. Dass wir allerdings nicht in der Lage sein sollen, die Brennstäbe für ausreichend lange Zeit im Erdboden verschwinden zu lassen, kann ich mir mein besten Willen nicht vorstellen!?