Trouvaille

Medien | 4. Mai 2009
“Kulturgeschichtlich sind diese Reportagen bei aller Voreingenommenheit und Information aus zweiter Hand eine Trouvaille”
[Joseph Hanimann: "Wie war die Ernte dieses Jahr", Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 28, Montag 4. Mai, 2009]

Trotz der vielen Hauptwörter oder Substantive, wie Leute sagen würden, die in der ehemaligen DDR Lesen und Schreiben gelernt haben, wertet das französische ”Trouvaille” den Satz doch ungemein auf. Was Leo mit “Fund” oder in anderer Bedeutung auch als “Geistesblitz” übersetzt, sieht in meinen Augen eher nach einer “Perle” aus. Eine Perle der sprachlichen Gewandtheit unserer Feuilleton-Autoren. Aber dies verwundert eher wenig, schreiben eben diese Autoren doch auch in einem Magazin, dessen Name ebenfalls französischen Ursprungs ist. Das verpflichtet gewissermaßen.

Für die Zukunft nehme ich mir ein Beispiel und binde an passender Stelle ein französisches oder wenigstens französisch klingendes Wort ein. Für den Anfang allerdings genügt ein einfaches aber kräftiges Chapeau!

Interviewprojekt von David Lynch

Internet,Medien | 1. Mai 2009

David Lynch begibt sich auf einen Interviewmarathon 20.000 Meilen durch die Staaten. Ab dem 1. Juni 2009 gibt es auf seiner Projektseite jeden dritten Tag ein Jahr lang jeweils ein neues Interview mit Menschen zu sehen, die wahllos auf der Straße, in Bars oder sonstwo angesprochen werden.

Darauf aufmerksam geworden bin ich übrigens durch die Tweets von David Lynch. Soll also noch mal einer nach dem Sinn von Twitter fragen!

http://interviewproject.davidlynch.com/

Von der NEON zur Nido

Gesellschaft,Medien | 19. April 2009

Dass ich der NEON nichts abgewinnen kann, ist ja bekannt. Der Stern schmeißt jetzt einen weiteren Ableger auf den Markt. Nido ist Lebensbiographisch betrachtet der Nachfolger von NEON, also ein “Magazin, die moderne Eltern kleiner Kinder mit vielfältigen Themen und zeitgemäß anspricht.” [Warum im Zitat "die" und nicht "das" steht, weiß ich auch nicht // EDIT: Wurde zwischenzeitlich korrigiert.]

Und mit ein wenig Glück kreiert der Stern nach meinen “Familienjahren” wiederum Lebensbiographisch passend den Ableger EXIT – Zufrieden geschieden oder wahlweise für Oldschool-Lebensläufe die Noki – Endlich Kinderfrei. Danke Stern!

Gefangen im Netz

Fernsehen,Internet,Medien | 26. Januar 2009

So heißt eine Dokumentation aus dem Jahre 2007, die gestern Nacht auf dem ZDFinfokanal lief. Klar, es geht um die exzessive Nutzung von Medien, sei es das Fernsehen, das Internet oder Computerspiele, dies allerdings schwerpunktmäßig bei Jugendlichen.

Ich weiß nicht, ob Dr. Ehrlich heute mit Bloggen aufhört, weil er die Doku gestern gesehen hat. Eher nicht. Ich für meinen Teil bin mir allerdings relativ sicher, dass ich ruhig etwas weniger Zeit im Netz verbringe könnte. Das habe ich allerdings für mich selbst entschieden und basiert nicht auf irgendeiner gesellschaftlichen Definition, ab wie vielen Stunden im Netz oder vor dem PC von Suchtverhalten zu sprechen ist. Gerade da sehe ich allerdings großes Potential für Fehlinterpretationen.

Und zusätzlich sehe ich ein Problem darin, dass ausgerechnet die neueren Medien in letzter Zeit, wenn nicht immer, so doch zumindest recht oft, herhalten müssen, wenn Jugendlichen oder einer Erwachsenengeneration, die mit Computerspielen usw. selbstverständlich aufgewachsen ist, Suchtverhalten als eine Art Massenphänomen attestiert wird. Das erscheint mir doch eher Ergebnis einer Hysterie zu sein, zu vergleichen mit der vehement zugenommen Diagnose von ADS/ADHS oder auch Hochbegabung. Daran sind allerdings wirklich die Medien schuld, die alten!

Der Punkt ist, und darüber war sich zumindest der eine Protagonist der Dokumentation im Klaren (der älteste mit 17), dass die neuen Medien maximal ein anderes Ventil für Probleme sein können, aber niemals die Ursache. Wenn man dies so liest, wird wahrscheinlich jeder halbwegs intelligente Mensch diesem Zusammenhang zustimmen. Nur haben anscheinend die neuen Medien ihren ganz eigenen Reiz, den Reiz ihnen grundsätzlich eine Tendenz zum Negativem zuzuschreiben .

Niemand hätte vor 20 Jahren mit dem Kopf geschüttelt, wenn die Hauptbeschäftigung der pubertierenden Tochter darin besteht, nach Schulschluss regelmäßig und überaus exzessiv die Telefonrechnung der Familie zu sprengen. Das wurde zweifelsohne als “normal” betrachtet. Ja, vielleicht sogar als komisch, wenn sie es nicht tat. In der gestrigen Doku allerdings wurde ein junges Mädchen begleitet, dass nach Schulschluss weniger telefoniert, dafür aber vor allem am Rechner mit ihren Freunden kommuniziert. Es ist genau das Gleiche, nur eben ein anderes Medium. In meinen Augen also kein Grund, ihr Verhalten – so wie in der Doku geschehen – hinsichtlich psychologischer Aspekte in Frage zu stellen.

Es hat also durchaus den Anschein, dass eine Art romantisch verklärte Rückbesinnung auf alte Beschäftigungsformen der Jugendlichen sowie Erwachsenen dazu führt, bestimmten Medien automatisch positive Eigenschaften zuzuordnen. So erscheint mir aber eine Leseratte, die sich Nachmittags in ihr Zimmer zurückzieht, nicht viel besser auf das Leben vorbereitet, als das auf allen Kanälen agierende Kommunikationsmonster. Eher im Gegenteil. Ebenso Computerspiele. Was waren die Eltern seinerzeit stolz, wenn sich der Sohn stundenlang alleine beschäftigen konnte. Dies war nicht per se Ausdruck mangelnder Kommunikationsfähigkeit, sondern vielmehr Ausdruck seiner Fähigkeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Was früher eben der Technikbaukasten war, ist heute der Computer bzw. seine Nutzung. Und was von beiden nun wirklich sinnvoller ist, möchte ich nicht beantworten müssen. Ich bin mir aber sehr sicher, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind, wie man auf den ersten Blick vielleicht meint. Der dreidimensionale Leveleditor fordert eben auch einiges an Denkvermögen.

Dieser Eintrag soll ganz sicher nicht Rechtfertigung jeglichen Nutzungsverhaltens neuer Medien sein, schon gar nicht meines eigenen. Ich hatte ja eingangs bereits etwas dazu erwähnt. Aber es sollte eben klar sein, dass sich etwaige Probleme ganz sicher nicht am Medium manifestieren, sondern ausschließlich in seinem Gebrauch. In diesem Sinne wechsel ich jetzt auch schnell vom Internet rüber zum Fernsehen. Die Simpsons begleiten mich schon mein halbes Leben. Und reichlich Fernsehen schauen die Leute schon seit vielen Jahren ohne großen Rechtfertigungsdruck.

Jugendgewalt

Gesellschaft,Medien | 25. Januar 2008

Die Nachrichten zum Thema “jugendliche Gewalt” müssen einen doch zwangsläufig an A Clockwork Orange erinnern. Für mich stellt sich jetzt allerdings die Frage, ob wir wirklich in der Dystopie Stanley Kubricks angekommen sind, oder ob sich die Medienlandschaft geballt eingeschossen hat. Neu wäre das zumindest nicht.

Meine große Medienkarriere

Medien,Musik | 5. Januar 2008

..hatte sich mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre ja erledigt.

Vor sieben Jahren war ich allerdings noch “ganz groß” dabei. Ein Überbleibsel immerhin kann auf YouTube bestaunt werden. Für die Kölner Hip-Hop-Crew “Reimspiel” haben wir uns damals irgendwo in Köln Porz ein Wochenende für ein Musikvideo um die Ohren geschlagen. Als Kamera-Assi vielleicht nicht den kreativsten Part eingenommen, Spaß hat’s aber trotzdem gemacht!

FAZ.NET Kommentare [UPDATE]

Internet,Medien | 4. Dezember 2007

Da gibt man sich schon die Blöße und kommentiert unter Angabe des vollständigen Namens (Google is watching you) auf FAZ.NET, und dann wird der Kommentar trotzdem erst von der Redaktion auf Tauglichkeit geprüft, bevor er online geht. Wie soll es da jemals zu einer richtigen Diskussion kommen?

[UPDATE]

Mein Kommentar ist online. Dumm nur, dass sich zwischen meiner Antwort noch mehrere andere Antworten dazwischen geschoben haben. Somit wirkt mein Kommentar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, beantwortete ich doch den ersten Kommentar und nicht den fünften.

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