Odyssee nach Hause

Leben | 23. Mai 2009

Gegen 09.00 Uhr habe ich mich heute in der Nähe von Emden ins Auto Richtung Lux gesetzt. Nachdem mich mein Vater dann in Kamen am Bahnhof rausgelassen hat, freute ich mich bereits riesig auf die noch vor mir stehende Zugfahrt. Die angepeilten fünf Stunden und zwölf Minuten zauberten mir trotzdem ein Lächeln ins Gesicht. Immerhin kenne ich da noch ganz andere Verbindungen. Dass allerdings kurz nach Trier, also eigentlich kurz vor Luxemburg, die Oberleitung der Bahn ausfiel, sich ein Stopp von zweikommafünf (!) Stunden auf dem Gleis im Nirgendwo anschloss, der Zug von einer Diesellok zurück Richtung Trier geschleppt wurde und wir schließlich mit Bussen nach Lux gekarrt wurden, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Ebenso wenig war mir klar, dass heute großer Sportlertag in der City zelebriert wurde. Da fahren dann eben die Busse wegen so eines Marathons nicht so wie sonst, meiner ganz speziell nicht.

In Lux dann liefen Alexandra Maria Lara nebst Anhang Sam Riley an mir vorbei, als ich an einer Bushaltestelle ein paar Minuten so daher gewartet habe. Sie hat mich recht intensiv angeschaut, was aber wohl nichts mit meiner Fähigkeit zu tun hat, beim Rumstehen ziemlich lässig auszusehen, sondern eher Ergebnis ihrer in ihren Augen ablesbaren Frage gewesen ist, ob sie denn nun mal endlich jemand erkennen würde. Ich habe so geguckt, als ob ich sie nicht erkenne.

Nach zweimaligen Busfahren inklusive dazwischen liegenden Fußwegen, konnte ich ziemlich genau gegen 21.15 Uhr meine Wohnung betreten. Ich schreibe es gerne noch mal hin, falls sich jemand mit der Uhr schwer tut: Das sind dann mehr als zwölf Stunden Reisezeit für die fünfhundertsechzig Google Maps Kilometer zwischen Bedekaspeler Marsch und Luxemburg gewesen. Da schaffen andere locker eine null mehr.

Gerne schließe ich diesen kleinen Bericht mit einem Ausspruch des Autors von Thekentherapie.de ab, der selbigen regelmäßig bei den großen aber auch sehr kleinen - was es umso unterhaltsamer macht - Unannehmlichkeiten des Lebens verwendet:

Mein Leben ist die Hölle!

Trouvaille

Medien | 4. Mai 2009
“Kulturgeschichtlich sind diese Reportagen bei aller Voreingenommenheit und Information aus zweiter Hand eine Trouvaille”
[Joseph Hanimann: "Wie war die Ernte dieses Jahr", Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 28, Montag 4. Mai, 2009]

Trotz der vielen Hauptwörter oder Substantive, wie Leute sagen würden, die in der ehemaligen DDR Lesen und Schreiben gelernt haben, wertet das französische ”Trouvaille” den Satz doch ungemein auf. Was Leo mit “Fund” oder in anderer Bedeutung auch als “Geistesblitz” übersetzt, sieht in meinen Augen eher nach einer “Perle” aus. Eine Perle der sprachlichen Gewandtheit unserer Feuilleton-Autoren. Aber dies verwundert eher wenig, schreiben eben diese Autoren doch auch in einem Magazin, dessen Name ebenfalls französischen Ursprungs ist. Das verpflichtet gewissermaßen.

Für die Zukunft nehme ich mir ein Beispiel und binde an passender Stelle ein französisches oder wenigstens französisch klingendes Wort ein. Für den Anfang allerdings genügt ein einfaches aber kräftiges Chapeau!

Interviewprojekt von David Lynch

Internet, Medien | 1. Mai 2009

David Lynch begibt sich auf einen Interviewmarathon 20.000 Meilen durch die Staaten. Ab dem 1. Juni 2009 gibt es auf seiner Projektseite jeden dritten Tag ein Jahr lang jeweils ein neues Interview mit Menschen zu sehen, die wahllos auf der Straße, in Bars oder sonstwo angesprochen werden.

Darauf aufmerksam geworden bin ich übrigens durch die Tweets von David Lynch. Soll also noch mal einer nach dem Sinn von Twitter fragen!

http://interviewproject.davidlynch.com/

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