27.01.2007 | 27

Leben | 27. Januar 2007

Ich wollte mir schon immer mal selber einen Geburtstagseintrag schreiben!

Da habe ich also das durchaus kritische Alter 27 erreicht. Vorhin gleich mal in den Spiegel geschaut. Hat sich nichts verändert, ich sehe nach durchzechter Nacht immer noch scheisse aus. Hoffentlich wird das bis heute Abend besser, empfange nämlich ein paar Gäste. Das passt, können die sich auch gleich meine neue WG anschauen.

Ich bin ja froh, dass meine Mitbewohner noch älter sind, da komme ich mir noch richtig jung vor. Gestern allerdings war ich im Funpark Magdeburg, echt die Hölle auf Erden und der Grund warum es mir so geht wie ich aussehe. Nüchtern sind so ein 18 - 20 Spektakel und komische Musik ja nicht auszuhalten. Ein erstes und letztes Mal also.

Was mich auch nachdenken lässt ist, dass ich mich noch bewusst an den 30. Geburtstag meines Vaters erinnere. Immerhin war ich da schon fünf, oder schon zwei als mein Papa so alt war wie ich jetzt. Und in drei Jahren bin ich dann auch schon 30 und in dreizehn Jahren schon… ach lassen wir das.

Ich mache mir am besten gleich mal ein Pils auf!

Blogger übernehmen Vormundschaft für studiVZ-Nutzer

Gesellschaft, Leben | 11. Januar 2007

Ich habe was gegen einseitige und undifferenzierte Berichterstattung!

Und ich glaube mich zu erinnern, dass Blogs mal als geeigneter Gegenentwurf betrachten worden sind. Sicherlich journalistisch nicht immer einwandfrei, aber immerhin eine nicht-staatliche Meinung mehr. Iranische, chinesische oder nordkoreanische Medien haben zum Beispiel ja doch einen Hang zur einseitigen Berichterstattung.

Hier geht es aber um etwas weniger weltpolitisches. Was sich nämlich derzeit in der deutschen Blogszene beobachten lässt, hat wenig mit differenzierter Berichterstattung zu tun. Da gibt es nun schon viele tausend Blogs, aber verschiedene Meinungen findet man leider nur wenige. Aber kommen wir endlich zum Thema: das studiVZ natürlich.

Auf das haben sich nämlich einige anscheinend wichtige Akteure der Blogszene eingeschossen und werden nicht müde, uns zu erzählen, wie scheisse diese “Drecksbude” doch sei. Sicherheitslücken aufzudecken ist eine ehrbare und hilfreiche Angelegenheit. Eine Hexenjagd zu veranstalten allerdings eine ganz andere. Ganz vorne mit dabei ist auch DonAlphonso - früher hätte man ihn A-Blogger genannt -, der sich schon über dreissig Beiträge lang die Mühe macht, kein gutes Haar am studiVZ zu lassen. Auf freie Meinungsäußerung legt “AlphaDon” allerdings wenig wert, und macht gleich zu Anfang seines Artikels “StudiVZ: 700 Stalker und der Datenschutz” darauf aufmerksam, dass kritische Kommentare gelöscht werden. Und er scheint wirklich erfolgreich gewesen zu sein, denn soweit ich das überblicken konnte, hatte keiner der immerhin sechshunderteinundzwanzig (!) Kommentare auch nur ansatzweise einen kritischen Unterton.
Schade, dass ich seinen Beitrag zu spät gefunden habe. Aus siebenhundert Mitgliedern einer Gruppe, auch siebenhundert “heimliche(r) Sexisten” zu machen, nenne ich Verleumdung. Komisch, dass DonAlphonso nicht selber darauf gekommen ist, schwingt er doch sonst so gerne die Rechtsstaatkeule.

Das Stalker-Thema ist aber eigentlich schon Geschichte. Mit dem Verkauf des studiVZs an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, der man sicherlich ein bisschen Medienerfahrung unterstellen kann, hören Johnny und DonAlphonso und andere trotzdem nicht auf, für miese Stimmung zu sorgen. Auch wenn ich zu gerne an ihre aufklärerischen Absichten glauben möchte, fällt es mir sehr schwer, ihnen nicht einfach nur Neid zu unterstellen.
Vielleicht wird es auch mal Zeit, dass ein deutsches Unternehmen mit einer Online-Community Geld verdient? Ich persönlich kann daran nichts verwerfliches finden, sofern rechtlich alles in Ordnung ist.

Noch mal, ich finde es wirklich wichtig und lobenswert, auf Datenschutzprobleme aufmerksam zu machen. Was ich aber überhaupt nicht mag, ist die uniforme Bevormundung der studiVZ-Nutzer durch einige “wichtige” Blogger, die mittlerweile anscheinend keinen geringen Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft ausüben. Jeder hat auch eine eigene Verantwortung und ich bin mir sicher, dass sich dieser Tatsache die meisten Studenten im studiVZ bewusst sind und deshalb auch weiterhin selbstbestimmend das Studentenverzeichnis nutzen werden.

Ich zumindest habe genug von der momentanen Hexenjagd der Blogszene und hoffe, dass sie sich endlich mal wieder wichtigeren Themen widmet. Und ganz sicher halte ich auch mal wieder Ausschau nach anderen Meinungsmachern.

Überall das Gleiche zu lesen, ist kein Schritt nach vorne sondern zurück!

( Anti-) NEON (-Gruppe) im studiVZ

Gesellschaft, Medien | 4. Januar 2007

Das Drama um das Studiverzeichnis ist nicht Thema dieses Artikels. Wer etwas mehr darüber erfahren möchte, sollte aber auf keinen Fall auf spiegel.de nachlesen. Die dortigen Artikel sind voller Neid und Missgunst und wenig objektiv. Ich denke da nur an die angeblichen Sex-Stalker im Studentennetz. Hier geht es aber um den Stern-Ableger NEON.

Eben habe ich also in einem Nutzerprofil eines studiVZ-Mitglieds die Gruppe “Anti-NEON” gesehen und bin spontan eingetreten. (Anmerkung: Gruppen im Studiverzeichnis dienen selten zur intensiven Kommunikation unter den Gruppenmitgliedern. Vielmehr zeigen die meisten Nutzer damit Ihre Interessen, Einstellungen und Zugehörigkeiten)
Die ersten beiden Ausgaben der NEON habe ich ja auch noch gekauft und gelesen, und fand es ganz interessant, dass es ein Magazin extra für meine Altersgruppe gibt. Schnell aber habe ich gemerkt, dass mich die ausgeprägte Möchtegern-Zielgruppenorientierung kaum anspricht. Die Fokussierung auf nur wenige Themenbereiche, von denen die Macher des Magazins wohl denken, dass sie mich als Zielgruppenzugehöriger brennend interessieren müssten, und das Durchkauen von schon ewig Bekanntem oder einfach nur Belanglosem, langweilten mich schnell und ich liess fortan das Heft am Kiosk. Und dort wird es auch in Zukunft liegen bleiben, wie ein Blick auf ausgewählte Themen der noch aktuellen Dezemberausgabe und der Januarausgabe zeigt:

Schon blöd| Innere Werte? Egal! Den Hübschen wird das Leben viel leichter gemacht - auch von dir

Toll! Da hat die NEON ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wer soll das lesen? Die Hässlichen, die gerne ihre Vorurteile bestätigt sehen oder doch die Hübschen, die gerne lesen, dass sie es einfacher haben? Auf diesen Artikel hat die Welt gewartet. Zweikommafünf Euro gespart!

Schlagfertig im Job| Wir wissen heute schon, was du morgen deinem Chef antworten solltest

Danke liebe NEON. Was würde ich nur ohne Euch machen. Das zielgruppengerechte Karrierethema darf natürlich nicht fehlen und ich bin begeistert, dass ihr meinen (zukünftigen) Chef kennt und mir todsichere Tipps geben könnt, wie ich denn am besten mit ihm umgehen sollte. Überhaupt sind solche Tipps reichlich sinnlos unter der Annahme, dass meine potentielle Konkurrenz diese und ähnliche Tipps auch liest. Ich bleibe bei meinem eigenen Verstand und selbstverständliches brauche ich nicht nachlesen. Zweikommafünf Euro gespart!

Drei sind einer zuviel| So kann die Erinnerung an den Ex-Partner die neue Beziehung ruinieren

Da haben wir also das obligatorische Beziehungsthema. Wahlweise auch gerne variiert mit dem Sexthema. Darüber kann man ja bekanntlich nie genug erfahren. Meine kurze Analyse für oben: Solange man noch an den Ex-Partner emotional denkt, oder den neuen mit dem alten vergleicht, kann es mit der neuen Beziehung nichts werden. Zweikommafünf Euro gespart!

Alltagsdoping| Warum normale Menschen plötzlich Pillen schlucken, um leistungsfähiger zu werden

Auf das Thema ist ja echt noch kein anderes Magazin gekommen. Und viel neues wird man in diesem Artikel sicherlich auch nicht erfahren. Ich tippe mal super spekulativ auf Leistungsdruck, wenn sie leistungsfähiger werden wollen? Zweikommafünf Euro gespart!

Saufen, Knutschen, Karaoke| Wie man die Büro-Weihnachtsfeier in Würde übersteht

So, jetzt haben wir endgültig freenet.de-Niveau erreicht. Mein Wahnsinnstipp: Kein Saufen, kein Knutschen, kein Karaoke oder hoffen, dass die anderen noch betrunkener sind. Zweikommafünf Euro gespart!

Natürlich gibt es im Studiverzeichnis auch eine Gruppe für begeisterte NEON-Leser. Und wem das Magazin gefällt, soll es auch weiterhin kaufen und lesen. Eins/zwei Artikel mögen ja amüsant sein. Nur hoffe ich, dass sich die vermeintliche Zielgruppe nicht auf diesen Stern-Ableger reduzieren lässt und sich auch noch anderweitig informiert. Vielleicht sehe ich das aber auch alles falsch, und alle kaufen das Magazin bewusst nur zu reinen Unterhaltungszwecken? Zu wünschen wäre es, nur der Anspruch der Macher ist ein anderer und viele Leser sehen ihn leider auch noch erfüllt.

Ich bin Anti-NEON!

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